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Jahreskonzert der Musikkapelle

Konzertante Blasmusik auf hohem Niveau, professionelle Ansagen zwischen den Stücken und liebevolle Dekoration ließen das Jahreskonzert der Musikkapelle zu einem Gesamtwerk werden, das die zahlreichen Besucher begeisterte. Wer hier aber nur an Bierzelt und Biergarten denkt, der ist gut beraten, mal ein Konzert in Meckenhausen zu besuchen. Wie facettenreich sinfonische Blasmusik sein kann, stellte die Kapelle wieder einmal auf beeindruckende Art und Weise unter Beweis. Denn was die Musiker und Musikerinnen unter dem energischen Taktstock von Lars Müller den Zuhörern zu Gehör brachten, war konzertante Blasmusik vom Feinsten. Wieder einmal hatten die Verantwortlichen es geschafft ein völlig neues Konzert-Programm mit verschiedenen Genres und Gattungen akribisch einzustudieren. Reich an musikalischen Facetten waren die Konzerte in Meckenhausen und Neumarkt im Jubiläumsjahr der Kapelle am vergangenen Wochenende. Dirigent Lars Müller und Vorstand Markus Waldmüller hatten sich schon lange vor den Konzerten damit befasst und trafen eine gelungene und harmonisch zusammengestellte Auswahl, so dass für jeden Geschmack etwas dabei war. Keine leichten Stücke holten sie auch diesmal wieder aus dem Notenregal.

Nach dem Einzug der Kapelle wurden die Zuhörer sogleich in die britische Mythologie entführt: „Stonehenge, Nessi and Merlin“ hieß die Sinfonische Fantasie des Komponisten Hans Bernd Zimmermann. Nach diesem eindrucksvoll mystischen Auftakt über Dinge, von denen niemand wirklich weiß, ob es sie gab, ergriff Markus Waldmüller das Wort. Neben Bürgermeister Markus Mahl, Pfarrer Roland Seger und dem Ehrendirigenten Alois Odorfer konnte Vorstand Markus Waldmüller noch weitere Ehrengäste begrüßen. Zugegen waren außerdem der Komponist Hans Bernd Zimmermann und Burkhard Freimuth von der Musikschule Hilpoltstein. Dankesworte gingen an das Team vom Backshop Winkler, das wieder in bewährter Weise den Kartenvorverkauf übernommen hatte und an Manuela Struller, die für die stilvolle Dekoration der Halle sorgte. Auch an Dirigent Lars Müller richtete Waldmüller Dankesworte „du hast uns mit viel Können, großer Leidenschaft und unendlicher Ausdauer zu diesem Abend geführt“ und übergab das Wort an Bürgermeister Markus Mahl.

Dieser hieß die Zuhörer erst einmal im „Kulturtempel Meckenhausen“ willkommen, lobte die ausgezeichnete Qualität und stellte heraus, dass sich die Kapelle zu einem Kulturträger für die Stadt Hilpoltstein und Meckenhausen entwickelt habe. Er betonte augenzwinkernd, dass er genau wie Pfarrer Seger noch kein einziges Jahreskonzert der Kapelle verpasst habe und wünschte abschließend allen Anwesenden einen unterhaltsamen Konzertabend.

Besonders geehrt wurde Julia Halbbritter, die sich der schwierigen Aufgabe des Musikerabzeichens in Gold stellte und diese Aufgabe mit Bravour meisterte.

Als Moderator des Konzertabends hatte man in diesem Jahr wieder den ehemaligen BR-Sprecher und Moderator Rainer Kretschmann verpflichtet, der gekonnt und professionell durch den Abend führte.

Musikalisch ging es weiter mit "The Grapes of the Sun", das der Schweizer Komponist Mario Bürki als Auftragsarbeit für den Blasmusikverband Kaiserstuhl-Tuniberg komponiert hatte. Es geht um die verschiedenen Stationen der Weinherstellung und beginnt mit dem Wachsen der Reben im Weinberg, weiter mit der Weinlese, der Gärung und Reifung des Weines bis hin zum "Hurra" beim Genuss auf dem Weinfest. Das Orchester setzte dieses Werk kraftvoll und mit musikalischer Fülle um und setzte besondere Akzente beim Weinfestthema. Die Reise entführte die Zuhörer anschließend nach Japan. Mit musikalischen Impressionen wird hier eine Japanreise des Komponisten Hans Bernd Zimmermann beschrieben. In eindringlichen Bildern beschreibt die Musik einen Lotusblumensee inmitten von Tokyo, führt in Tempel und auf den Tokyo-Tower, weiter mit dem Shikansen-Schnellzug gen Süden in die historische Kaiserstadt Kyoto bis hin zum Finale auf dem heiligen Fudjiama.

Für schaurige Momente sorgte das Werk „Saga Candida“ des belgischen Komponisten Bert Appermont. Die Kapelle faszinierte mit dieser mystischen Zeitreise in die dunklen Welten des 16. Jahrhunderts und vermittelte die Eindrücke einer Hexenjagd. Die Verbindung der Musik mit den mystischen Gesängen der Musikanten ließen für die Zuhören Bilder vor dem inneren Auge entstehen.

Düster ging es auch nach der Pause mit dem Stück „Nostradamus“ weiter. Der Komponist Otto M. Schwarz schrieb ein filmmusikalisch verarbeitetes Werk über diesen wohl berühmtesten Wahrsager der letzten 1000 Jahre, der mit seinen Prophezeiungen seit jeher die Menschen bewegt. Musikalisch ausdrucksstark stellte die Kapelle in diesem Werk das Leben und die Prophezeiungen des Propheten dar: Nostradamus der Verfolgte, die Pest, die erste Liebe, Krieg, das Ende der Welt, aber auch die Rettung der Menschheit sind nur einige Themen dieser dramatischen und spannenden Komposition.

Mit der "Legend of Maracaibo" bot die Kapelle ein energiereiches und intensives Stück, das die Seeschlacht bei Vigo (Spanien) vor über 300 Jahren darstellte. Wissenschaftler behaupten das mit Schätzen beladene Wrack des Schiffes „Santo Cristo de Maracaibo“ gefunden zu haben. Mit nur einem Thema hat der Spanier José Alberto Pina eine Komposition geschrieben, die sowohl die Musiker als auch das Publikum berührt.

Zum Abschluss wurden die Zuhörer in die Welt der Musicals und Filmmusik entführt. Dazu konnten auch in diesem Jahr wieder drei bekannte Gesichter - die Gesangssolisten Miriam Heck, Sandra Walter und Manfred Mederer - gewonnen werden. Mit einer Auswahl an Liedern aus dem Animationsfilm „Frozen“ und dem Musical „Beauty an the beast“ glänzten die drei Solisten und begeisterten das Publikum. Dann kam etwas Wehmut auf, denn nach 9 Jahren musste sich die Kapelle vom Solisten Manfred Mederer verabschieden. Er wird aus familiären Gründen in den nächsten Jahren nicht mehr in Meckenhausen mit von der Partie sein und verabschiedete sich mit dem Maffay-Song „Nessaja“ von der Bühne in Meckenhausen.

Die zahlreichen Gäste brachten mit ihrem stürmischen Applaus zum Ausdruck, dass sie von den Darbietungen der Musikerinnen und Musiker unter Leitung ihres Dirigenten Lars Müller begeistert waren. Ihm war es gelungen, mit einem recht anspruchsvollen Repertoire den hohen Leistungsstandard seiner Musikkapelle überzeugend zu präsentieren. Der Beifall wollte noch nicht enden und verlangte nach einer Zugabe. So verabschiedete sich das Orchester dann schließlich mit dem Marsch „Jenseits des Ural“ von seinen Gästen.