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Der Bär ist los !

Seit nunmehr 25 Jahren heißt es am Faschingssamstag: „Der Bär ist los!“ Alljährlich lässt der Faschingsverein einen alten, äußerst originellen Brauch wieder aufleben: das Bärentreiben. Schon früh am Morgen beginnen die Vorbereitungen. Bär, Bärentreiber und alle anderen Brauchtumsfiguren treffen sich beim ehemaligen Vorstand Ludwig Brunner. Dort wird dann vorab die Route besprochen, Kostüme und Masken bereit gelegt und noch eine kleine Stärkung für den Tag eingenommen, bevor pünktlich um 12 Uhr mittags der Startschuss fällt. Jede der handgeschnitzten Masken besitzt ein eigenständiges charakteristisches Gesicht und hat eine besondere Prägung. Das Bärentreiben ist ein traditioneller ländlicher Brauch und gehört zu den alten früheren Formen der Faschingsbräuche, die Anfänge reichen zurück bis in die Keltenzeit. So sollten damit böse Geister ausgetrieben werden und zugleich wurde der Winter mit dem Bärentreiben vertrieben. Der Brauch überdauerte Pest, Kriege, Hungersnöte und Verbote. Der Bär symbolisiert den Frühling und wird vom Treiber, der den kalten und harten Winter verkörpert, an einer Kette gehalten durchs Dorf getrieben. Sie werden von einem Brautpaar begleitet, das die Fruchtbarkeit von Mensch und Natur darstellen soll. Im Mittelalter haben sich dann noch andere Brauchtumsfiguren wie die Hexen und der Teufel, die den Gegensatz zum Guten und Göttlichen ausdrücken sollen, dazu gesellt. Viel später dazugekommen sind Figuren wie der „Jude“ und der „Neger“, die das Unbekannte und Exotische charakterisieren sollen. Außerdem Till, der als Sinnbild der Eitelkeit und Triebhaftigkeit umherzieht.

Wild tobte der zottelige Bär mit seinem bunten Gefolge von Haus zu Haus und wagte hin und wieder mit Bewohnern ein Tänzchen, was ihnen für das ganze Jahr Glück bescheren soll. Sein Treiber hatte alle Mühe, das temperamentvolle „Tier“ zu bändigen, das allerlei Schabernack trieb. Wer dem bunten Zug auf seinem Weg in die Quere kam und sich nicht rechtzeitig in Sicherheit brachte, hatte schwarzen Ruß im Gesicht. Einige Schuhe, die vor den Haustüren standen, sowie Gartenmöbel, Mülltonnen und Roller, fanden sich später auf Bäumen, Wäscheleinen oder anderen Stellen wieder ein. So zog die lustige Truppe am Samstag von Haus zu Haus und sammelte Spenden. Der Erlös der Sammlung wird dem Kinderfasching am Dienstag zu Gute kommen.