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Das Jahr 2021 hat Papst Franziskus zum besonderen „Josephsjahr“ erklärt. Aber warum sollte dieser Heilige so wichtig sein für die Kirche und für uns? Bei Joseph beginnt alles mit einer Liebesgeschichte. Da lernen sich zwei junge Menschen kennen und lieben. Sie möchten eine Familie gründen: Joseph und Maria. Doch plötzlich zerbricht ihr Vorhaben. Maria, seine Verlobte ist schwanger, aber nicht von ihm, sondern von einem andern: Eine handfeste Beziehungskrise! Aber was ist die Lösung? Streit, Vorwürfe, Treuebruch? Doch wie reagiert Joseph? Die Lösung bringt Gott. Er tut alles, damit diese junge Liebe nicht zerbricht. Mit einem traumhaften Boten, seinem Engel, geht er in den tiefsten Grund der Seele des Joseph. Es ist sogar mehr als ein Traum. Denn es kommt zu einer Wende. Gott formt Joseph im Innersten um zu einem kostbaren Gefäß: Er wird zum Bräutigam der Gottesmutter. Er wird zum verantwortungsbewussten Pflegevater des jungen Messias Jesus. Kommt nicht manchmal auch heutzutage so manche Liebesgeschichte in eine unerwartete Krise? Aber muss wirklich ein Scherbenhaufen das Einzige und Letzte sein? Nur Streit, Vorwürfe und Trennung, die Liebe sogar in Hass verwandeln können? Aber was hilft zum Weiterleben? Vielleicht eine klärende Aussprache, Eheberatung und vor allem verzeihen und vergeben können. Da mag man manchmal getrennte Wege gehen, dies aber versöhnt. Oder man findet wieder zueinander. Wahre Liebe braucht Zeit zur Reifung und zur Heilung. So auch die Erkenntnis des Joseph „Er entdeckt auf den Scherben seiner Wünsche die Spuren Gottes“. So Bischof Hanke in einem Video zu seinem Fasten-Hirtenbrief. Bei Joseph wird die Liebe zur Tat. Viermal heißt es im Evangelium: „Und Joseph stand auf!“ Er nimmt Maria zu sich, erkennt drohende Gefahren, flieht nach Ägypten, geht nach Nazareth und gibt der jungen Familie Heimat, Schutz, Brot und Geborgenheit. Auch heute brauchen unsere Familien, vor allem unsere Kinder und Jugendlichen starke Väter. Deren Stärke aber kann wachsen, wenn sie wie die Eltern Jesu wach sind für Gott und sich in ihm geborgen wissen. Die älteste Spur der besonderen Verehrung des hl. Joseph findet sich um 750 bei den Kopten in Ägypten. Seine Festfeier am 19. März erscheint bereits um 9oo. Im 12.Jahrhundert erbauten die Kreuzfahrer in Nazareth eine erste Josephskirche. Seine Verehrung wurde vor allem von den Franziskanern gefördert. Vor genau 150 Jahren erklärte Papst Pius IX. Joseph zum Schutzpatron der ganzen Kirche. Deshalb also heuer dieses besondere Jahr des heiligen Joseph.

 

Pfr. Distler