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Schwangerschaft und Mutterwerden ist eine enorme Herausforderung für junge Frauen und Familien. Da gibt es allerlei Beeinträchtigungen, Verzicht und Erschwernisse. Es ist auch die Frage: Wird das Kind gesund sein und bleiben? Umso größer dann die Freude, wenn alles gut gegangen für Mutter und Kind. War das auch bei Maria so? Ging nicht ihre Schwangerschaft mit Jesus an die Grenze des Zumutbaren?  Eine weitere Erschwernis kam hinzu: Die Empfängnis des Kindes sollte ohne Zutun eines Mannes geschehen. Es sollte gezeugt werden durch eine schöpferische Tat Gottes.  Wie aber damit umgehen? Eine „vaterlose Schwangerschaft“? Dies konnte für Maria sogar lebensgefährlich werden. Ihre Antwort: „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“ drückt Verwunderung und Fassungslosigkeit aus. Mutet ihr vielleicht Gott zu viel zu? Doch wie geht sie damit um? Sie lässt sich tragen von ihrem starken Glauben, von ihrem Gottvertrauen. All das aber ohne Zwang, ohne Druck, ganz frei mit einem überzeugenden Jawort. In der Tat: Eine Sternstunde für die ganze Menschheit! Heute am 25. März, genau 9 Monate vor Weihnachten feiert die Kirche diese Sternstunde. Es ist das Hochfest der Verkündigung des Herrn, Mariä Verkündigung. Sogar drei Mal am Tag werden wir beim „Angelus“, beim Engel des Herrn- Läuten, an diese Sternstunde erinnert. Dieses Fest vom 25. März hat schon sehr frühe Wurzeln, die bis ins 3. Jahrhundert reichen. Damals kennt man bereits das wohl älteste Marienfest „Gedächtnis der jungfräulichen Gottesmutter“. Doch schon im 5.Jahrhundert ist im Osten ein Fest am 25. März bezeugt, also neun Monate vor Weihnachten. So kristallisierte sich dieser Tag als Tag Empfängnis des Messias im Schoß Mariens heraus, als Weihnachten im Jahr 336 durch Kaiser Konstantin auf den 25. Dezember festgelegt wurde. Angestoßen durch den Engel Gabriel wird Maria zur Türöffnerin: Sie öffnet Gott die Tür in die Welt und zu uns Menschen. Gott konnte Mensch, also einer von uns werden. Aber warum lässt er sich so tief ins Menschliche ein? Er wollte unsere Freuden, aber auch unsere Sorgen und Nöte mit uns teilen. Ja, er wird uns ganz gleich, erleidet Schmerzen, das Kreuz und den Tod. Er kennt auch unsere menschlichen Abgründe, auch die Todesangst. Damit übersteigt er sogar die Grenze des Zumutbaren. Oder kurz: Gott taucht zutiefst ein in unsere menschliche Natur, damit er uns Anteil gibt an seiner göttlichen Natur. Nach alter Überlieferung wurde dem 25. März eine erhöhte Bedeutung beigemessen. Er galt als Tag des Kreuzestodes Christi, als Tag seines Lebensbeginns im Schoß Mariens und als Tag der Schöpfung.   

Pfr. R. Distler