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Krankensalbung

Es gibt kein menschliches Leben, das frei wäre von Krankheit und Leid.

Solche Zeiten lassen uns in einer gewissen Regelmäßigkeit spüren, dass das Leben verletzlich ist. Technische Errungenschaften und medizinischer Fortschritt können der Gesundheit große Dienste leisten, sie dürfen aber nicht zu der Meinung verleiten, der Mensch sei Herr über alles, und nichts kann ihn erschüttern. Bereits eine kleine Erkältung führt ihm vor Augen, wie leicht ihm seine volle Schaffenskraft verloren gehen kann.

Wer weiß, dass er sein Leben letzten Endes allein Gott verdankt, dass er es ist, der das Leben schenkt und es erhält, der kann mit Themen wie Leid, Krankheit und Tod anders umgehen. Er wird sich bewußt, dass er niemals ein Recht auf sein Leben hatte und ein solches Recht niemals haben wird. Alles ist geschenkt, und im Vertrauen auf den Schöpfer geht er seinen Weg durch die Zeit, die ihm zur Verfügung gestellt ist.

Letzte Ölung...

... hat man die Krankensalbung früher genannt, und sie wurde wirklich erst ganz am Lebensende gespendet. Sie markierte damit den Übergang von diesem ins andere Leben, das Christus ermöglicht hat.

Spendung der Krankensalbung

Seit dem II. Vatikanischen Konzil feiern die Gläubigen das Sakrament nicht nur im Moment des Todes. Der Apostel Jakobus schreibt: Ist einer von euch krank, dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben. (Jak 5,14f.)

Nach seiner Weisung wird die Krankensalbung bei schweren Erkrankungen oder auch vor Operationen gefeiert. Das Sakrament verbindet den Kranken mit Christus (dem "Gesalbten") und bewirkt Stärkung und Heilung, ja sogar die Vergebung der Sünden, wenn eine ordentliche Beichte nicht mehr möglich war. Es zeigt Gott als Freund des Lebens, dem weder Leiden noch Sterben Freude bereiten.

Jeder ernsthaft Kranke kann das Sakrament (evtl. zusammen mit der Beichte und der Kommunion) empfangen. Es wird auf Wunsch des Patienten oder seiner Angehörigen gespendet. Je nach Zustand des Kranken kann die Feier in der Kirche, zuhause oder im Krankenhaus stattfinden. Dazu sollte der Pfarrer rechtzeitig verständigt werden.
In Kreuzform salbt der Priester die Stirn und die Hände des Kranken, und spricht dazu: "Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes. Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf."

Mit diesen Worten empfielt der Priester den kranken Gläubigen dem leidenden und verherrlichten Herrn an, damit er ihn aufrichtet und rettet.