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Taufe

Wer getauft wird, tritt ein in die Gemeinschaft der Heiligen, die seine Fürsprecher bei Gott sind.

So heißt es bei jeder Taufe - gewissermaßen eine Definition und eine Kurzzusammenfassung des heiligen Geschehens, das in dieser Feier vollzogen wird. Und das Tagesgebet am Weißen Sonntag formuliert staunend:
Lass uns immer tiefer erkennen, wie heilig das Bad der Taufe ist, das uns gereinigt hat, wie mächtig dein Geist, aus dem wir wieder geboren sind, und wie kostbar das Blut, durch das wir erkauft sind.

Die beiden Zitate mögen genügen, um zu erkennen, dass Taufe deutlich mehr ist als nur der Anfang einer Kirchenmitgliedschaft. Die Zitate sprechen von Reinigung und Erlösung und von Heiligkeit, d.h. von der Fähigkeit, vor Gott bestehen zu können, ja mehr noch, von die Gnade, zu Gott gehören zu dürfen. So steht die Taufe ganz am Anfang eines jeden Glaubensweges und lädt ein, an der Hand Jesu Christi durchs Leben zu gehen.

Die Kindertaufe

Die Taufe findet zumeist schon einige Wochen oder Monate nach der Geburt statt. Das ist gut und richtig, denn auch Kinder dürfen und sollen zum heiligen Volk Gottes gehören. Dem getauften Kind ist die Tür zu den weiteren Sakramenten, zum christlichen Glauben und letztendlich zum ewigen Leben geöffnet.

Bei der Tauffeier bekennen die Eltern ihren Glauben und versprechen öffentlich, dass sie den Täufling in den Glauben - das heißt ins Glaubenswissen und in die Glaubenspraxis - einführen werden. Dieses Versprechen ist heute von besonderer Bedeutung, denn die Selbstverständlichkeit des Christseins nimmt beständig ab. Die Eltern können dem Kind keinen größeren Gefallen tun als ein festes Glaubensfundament zu legen, das hält, selbst wenn schwierige Zeiten anbrechen. Für die Eltern ist die Taufe ihres Kindes und ihr Versprechen zugleich eine gute Gelegenheit zur Selbstvergewisserung und zur Vertiefung ihres eigenen Glaubens.

Die Eltern nehmen nach der Geburt des Kindes Kontakt mit dem Pfarramt auf. Unter Berücksichtigung der Taufsonntage legen sie gemeinsam mit dem Pfarrer den Tag der Taufe fest und besprechen den Verlauf der Tauffeier, die voller tiefer Symbolik ist.

Kreuzzeichen

Pfarrer, Eltern, Pate und Verwandte des Kindes machen dem Täufling ein Kreuzzeichen auf die Stirn. Es ist wie eine Bestätigung: ja, auch du sollst zu Jesus Christus gehören, der am Kreuz für dich gestorben ist.

Chrisam

Der Chrisam ist eine Mischung aus Olivenöl und Balsam. Er wird jährlich vom Bischof geweiht und dann in die gesamte Diözese gebracht. Das griechische Wort "Christus" bedeutet übersetzt "der Gesalbte". Zum Zeichen der Zugehörigkeit zum "Gesalbten" wird der Neugetaufte mit dem Öl gesalbt. Zugleich ist das Öl das alttestamentliche Zeichen der Geistmitteilung: wer gesalbt ist, ist ausgerüstet mit dem Heiligen Geist und von Gott beauftragt und bevollmächtigt, in seinem Namen zu handeln.

Taufkleid

Das weiße Kleid erinnert an die wiedergewonnene Unschuld. Es wird dem Neugetauften angezogen oder wenigstens aufgelegt, weil wir - wie Paulus sagt - in der Taufe "Christus anziehen". Nach seinem Vorbild sollen wir unser eigenes Leben gestalten.

Taufkerze

Die Osterkerze symbolisiert das unsterbliche Leben, das Jesus Christus aus dem Grab mitgebracht hat als Geschenk für alle, die an ihn glauben und sich von ihm erlösen lassen. An der Flamme der Osterkerze bekommt die Taufkerze nun Anteil, die symbolisch für den Täufling steht, um zu sagen: du gehörst jetzt zu Christus, bist ein erlöster Mensch.

Die Erwachsenentaufe

Taufe

Auch Erwachsene, die ungetauft sind, können die Taufe empfangen.

Es kann vielfältige Gründe haben, warum ein Mensch nicht schon als Kind getauft wurde und im Erwachsenenalter nach dem Glauben und nach der Taufe fragt. Für den Empfang des Taufsakramentes ist das Alter nicht entscheidend. Vielmehr kommt es darauf an, Jesus Christus kennenzulernen und sein Beispiel nachahmen zu wollen, indem man versucht, ein christliches Leben zu führen, das von der Gottes- und Nächstenliebe geprägt sein soll.

Auch in diesem Fall führt der Weg zur Taufe über das Pfarramt, wo der Taufbewerber mit dem Pfarrer einen Gesprächstermin vereinbart. Anders als bei der Kindertaufe bekennt der erwachsene Taufbewerber bei der Taufe selber seinen Glauben. Dazu muss er ihn freilich zuerst gut kennengelernt haben. Aus diesem Grund nimmt die Vorbereitung auf die Erwachsenentaufe längere Zeit in Anspruch. In den Pfarreien wird die Vorbereitungszeit unterschiedlich gehandhabt. Sie wird individuell festgelegt und beträgt in der Regel etwa ein Jahr. Neben dem intensiven Miterleben eines vollen Kirchenjahres umfasst die Vorbereitung auch mehrere Gespräche mit dem Pfarrer, in denen sich der Taufbewerber mit der Person Jesu Christi und dem Glauben an ihn auseinandersetzt, bevor er sich bei seiner Taufe erstmals öffentlich zu ihm bekennt.

"Umtaufen" = Konversion

Jeder Mensch kann die Taufe nur ein einziges Mal empfangen.
Wenn er die Konfession wechselt, z.B. evangelisch getauft wurde und sich nun dem katholischen Glauben zuwenden möchte (lateinisch convertere = sich hinwenden), wird er nicht nochmal getauft. Es ist seit langem Konsens, dass das Sakrament gegenseitig anerkannt wird, wenn es in der rechten Weise gespendet wurde, d.h. mit Wasser und mit der Taufformel, die Gott in seiner Dreifaltigkeit bekennt.

Anlaufstelle für eine Konversion ist das Pfarramt. Nach einem ersten klärenden Gespräch mit dem Pfarrer zu den Gründen des Konfessionswechsels, muss ein Zeitplan festgelegt werden. Bis zur Aufnahme in die volle Gemeinschaft der Katholischen Kirche ist Gelegenheit, sich mit dem katholischen Glauben näher zu befassen. Auch der staatliche Austritt aus der bisherigen Religionsgemeinschaft muss in dieser Zeit erklärt werden.

Die Konversion findet im Rahmen einer liturgischen Feier (in großem oder kleinen Rahmen) statt. Während dieses Gottesdienstes empfängt der Konvertit das Sakrament der Eucharistie und, falls sie in der bisherigen Gemeinschaft nicht schon gespendet wurde, auch die Firmung.

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