Umgehung: Zahlen und Fakten

Plan:

Quelle: Stadt Hilpoltstein

Der Plan zeigt die einzelnen Varianten für eine Umgehung von Meckenhausen und Sindersdorf.
Vom beauftragten Ingenieurbüro werden die jeweils entferntesten Streckenführungen empfohlen, da sich diese meist hinter Geländeerhebungen verbergen, also nicht einsehbar sind und damit keine bzw. geringe Lärmschutzmaßnahmen notwendig werden. Zudem ist es für die Anwohner von Vorteil, wenn sie nicht auf die befahrene Umgehungsstraße blicken müssen.

 

Verkehrsaufkommen:

Bei der Verkehrszählung 2010 wurden folgende Zählungen innerhalb von 24 Stunden durchgeführt. Dabei handelt es sich immer um den Verkehr in beide Richtungen (Quelle: Bayer. Staatsministerium des Innern ):

Meckenhausen - Michelbach 3325 PKW und 297 LKW 
Meckenhausen - Sindersdorf: 3454 PKW und 239 LKW
Meckenhausen - Forchheim: 883 PKW und 151 LKW (von oder nach Forchheim kann nur Verkehr sein, der aus Sindersdorf kommt, da andernfalls der Weg über Meckenhausen ein Umweg wäre)
Meckenhausen - Pierheim: wurde nicht gezählt. Ersatzweise Pierheim - Mörlach: 638 PKW und 44 LKW (diese Annahme ist eher zu niedrig, da der Verkehr Pierheim - Grauwinkel fehlt)
Meckenhausen - Karm: wurde nicht gezählt. Ersatzweise Schätzung aufgrund der Differenzen der anderen Ausfallstraßen: ca. 100 PKW und ca. 60 LKW (Richtung Freystadt und im geringen Umfang Richtung Pierheim)
Autobahn: ca. 68.000 PKW und ca. 10.500 LKW . Bei Unfällen auf der Autobahn ist i. d. R. nur eine Fahrtrichtung betroffen. Davon fahren ca. 2/3 aus der Autobahn aus. Davon fährt wiederum die Hälfte durch Meckenhausen.
Erfahrungagemäß wissen wir, dass ein Stau im Durchschnitt ca. 2 Stunden dauert. Staus sind i. d. R. in der Hauptverkehrszeit, so dass sich daraus folgende Durchleitungszahlen für Meckenhausen ableiten lassen: 
 ca. 2.000 PKW und ca. 200 LKW zusätzlich zum üblichen Verkehr. Dies entspricht auch den Erfahrungen der letzten Monate.

Schätzungen gehen davon aus, dass der Verkehr um bis zu 30% seit der letzten Verkehrszählung 2010 zugenommen haben könnte. Insbesondere die LKW-Anzahl hat zugenommen, um die Maut auf der Autobahn zu sparen bzw. die Strecke über das Kreuz Nürnberg-Ost Richtung Neumarkt abzukürzen.

 

Umgehungsvarianten:

Generell gibt es zwei Umgehungsvarianten:

Nordumgehung mit einer Länge von ca. 3.750 m benötigt ca. 8 ha Fläche.

Südumgehung mit einer Länge von ca. 4.350 m benötigt ca. 9 ha Fläche.

Die Entscheidung, welche Trasse gebaut werden soll, legt der Stadtrat fest, wenn das Bürgerbegehren gewonnen wurde und die Planungen weiter fortgeschritten sind.

 

Kosten:

Lt. Aussage des Bürgermeisters Markus Mahl (SPD) wären alle drei Umgehungsstraßen (Hilpoltstein, Meckenhausen/Sindersdorf und Unterrödel) aus finanzieller Sicht für die Stadt realisierbar. Insbesondere, da die Kosten über mehrere Jahre hinweg anfallen und die Förderungen entsprechend den Ausgaben auch jährlich erfolgen würden.

Veranschlagte Kosten für Meckenhausen/Sindersdorf

  • Nordvariante: ca. 7,5 Mio EUR
  • Südvariante:  ca. 8,3 Mio EUR

Bei einer voraussichtlichen Förderung der Umgehungsstraße von 80% verbleibt ein Finanzbedarf von

  • Nordvariante: ca. 1,5 Mio EUR
  • Südvariante:  ca. 1,66 Mio EUR

 

Bürgerbegehren:

Ablauf:

- Formulierung des Bürgerbegehrens,

- Unterschriftensammlung ca. 1.000 gültige Unterschriften,

- Übergabe der Unterschriften an die Verwaltung,

- Prüfung der Unterschriftenliste gegen das Wählerverzeichnis und Feststellung der Anzahl gültiger Unterschriften,

- Beschlußfassung des Stadrates über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens (spätestens 1 Monat nach der Unterschrifteneinreichung),

- Ansetzung des Wahltermines (innerhalb von 3 Monaten nach Beschlußfassung),

- Wahl und Auszählung der Wahlzettel (Briefwahl muss ermöglicht werden),

- Bekanntgabe des Wahlergebnisses,

- Einleitung entsprechender Maßnahmen zum Bau der Umgehungsstraße.

Fragestellung: "Sind Sie dafür, dass die Stadt Hilpoltstein ein Genehmigungs- und Förderverfahren beginnt mit dem Ziel, eine Ortsumgehung von Meckenhausen und Sindersdorf im Rahmen eines Sonderbaulastverfahrens zu bauen?"
Der Text wurde explizit an die Beschlußvorlage des Stadtrates angelehnt, damit das Bürgerbegehren nicht abgelehnt werden kann.

Anzahl Unterschriften: benötigt werden Unterschriften von 9% der Wahlberechtigten vom gesamten Stadtgebiet (Stadt und Land). Bei ca. 14.000 Einwohnern ist von ca. 11.000 Wahlberechtigte auszugehen, davon 9% entspricht ca. 990 benötigte Unterschriften.

Unterschriftsberechtigt: sind alle Bürger aus der Stadt Hilpoltstein inklusive Ortsteile, die zum Zeitpunkt der Unterschriftsleistung 18 Jahre alt, ihren  ersten Wohnsitz im Stadtgebiet haben und dort schon mindestens 3 Monate gemeldet sind.

Nötige Stimmen: 20% der Wahlberechtigten müssen dem Bürgerbegehren zustimmen, wenn es erfolgreich sein soll. In diesem Fall sind das ca. 2.200 Stimmen. Zusätzlich müssen die Ja-Simmen die Mehrheit der angegebenen Stimmen darstellen.

Wirkung: ein erfolgreiches Bürgerbegehren hat die gleiche Bedeutung wie ein Beschluß des Stadtrates.