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Pfarrpatron

Verehrung

Der heilige Martin

Bischof Perpetuus, einer der Nachfolger Martins auf der Kathedra von Tours, nahm den Gedenktag Martins 65 Jahre nach dessen Tod in den Festkalender des Bistums Tours auf und errichtete eine neue, Martin geweihte Kirche. Der Frankenkönig Chlodwig I. erklärte Martin zum Schutzpatron der Franken. Sein Mantel (lat. cappa) galt als Reichsreliquie. Sie gehörte zum Kronschatz und wurde in einem kleineren Kirchenraum, der Cappella ( = Kapelle) aufbewahrt. Die Geistlichen, die dort ihren Dienst verrichteten, nannte man die Cappellani ( = Kaplan). Große Teile der Reliquien wurden im 16. Jahrhundert durch die Hugenotten zerstört. Ein Teil der Mantelreliquie des hl. Martin wird heute in der Sainte Chapelle in Paris aufbewahrt.

Die Verehrung Martins breitete sich schnell aus, bereits im 6. Jahrhundert sind Martinskirchen in Italien nachweisbar. Noch zur Zeit der Merowinger verbreitete sich die Martinsverehrung im Frankenreich, die Karolinger schließlich brachten sie auch in die rechtsrheinischen Gebiete.

Martin ist – neben Maria und dem Apostel Johannes – der erste Nichtmärtyrer, der als Heiliger verehrt wurde. War man bisher der Ansicht, die Heiligkeit konnte nur durch das Blutzeugnis erreicht werden, setzt sich nun eine ganz neue Auffassung durch: Heiligkeit durch sittlichen Lebenswandel, durch Nächstenliebe und Barmherzigkeit.

Dafür steht St. Martin bis zum heutigen Tag.