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Kirchweihfest

Immer wieder sieht man bei uns Kirchen und Kirchtürme, die eingerüstet sind. Auch wenn es in unserem Bistum bis 2024 einen Baustopp gibt, dennoch: Die Baumaßnahmen gehen weiter. Denn das Sprichwort sagt: Man muss die Kirche beim Dorf lassen. Als bei uns wegen Renovierung nach drei Jahren die Glocken wieder läuteten, war die Freude groß. Kirchen sind prägend für das Ortsbild, sie vermitteln Heimat und Geborgenheit. Sie sind jene vertrauten Orte, wo man getauft, gefirmt oder konfirmiert wurde oder geheiratet hat.

Der Mensch braucht eben nicht nur Geld, Arbeit, Freizeit, eine Wohnung oder ein Haus, sondern auch ein Gotteshaus. Also einen Ort, wo er seine Trauer, seine Freude und seinen Schmerz abladen kann. Einen heiligen Ort, wo die Seele wieder aufatmen kann. Einen geweihten Ort, wo er die Nähe Gottes verspürt. Daran erinnert uns das Kirchweihfest. Kirchweih oder „Kirwa wurde schon immer von der Jugend gerne auch mit Tanz und Musik gefeiert. Tempelweihfeste gab es schon bei Juden, bei Römern und Griechen. Die älteste christliche Kirchweihe ist uns um das Jahr 400 von der Auferstehungskirche Jesu in Jerusalem überliefert. Kirchen sind eben mehr als nur Museen mit wertvollen Kunstwerken. Kirchenmauern atmen das Heilige, das Sakrale, auch das unbegreiflich und unfassbar Göttliche oder kurz: Sie sind der Ort, wo Himmel und Erde sich berühren. Gewiss auch deshalb so viel Aufwand, um unsere Kirchen zu erhalten. Auch aus Respekt vor unseren Vorfahren. Oft unter harter Arbeit und mit wenig Geld haben sie Dome, aber auch schmucke Dorfkirchen erbaut. Aufwand auch wegen der zukünftigen Generationen, um ihnen keine verfallenen Gotteshäuser zu überlassen. Doch Aufwand vor allem deshalb, weil Kirche und Glaube wie eine Hochzeitsfeier sind. Wird nicht bei einer Hochzeit oft viel aufgewendet? Hochzeit ist eben etwas Einmaliges im Leben. Etwas einmalig Schönes ist für uns Christen an jedem Sonntag das Fest Gottes mit uns Menschen. Gewiss, man kann das Fest mit ihm auch auf der grünen Wiese feiern. Dennoch, warum sollte nicht die innige Begegnung mit unserem Herrn und Schöpfer ein festlich-geschmückter Kirchenraum sein? Ein ganz besonderer Ort, in dem sich die Gebete von Generationen verdichtet haben. Ein Ort, wo Christen gemeinsam den Glauben feiern, das Leben, den Tod und die Hoffnung auf das ewige Leben.     

Pfr. Distler