Lichtmess, also der 2. Februar, war seit Jahrhunderten für den Start ins neue Jahr ein wichtiges Datum. Da wechselten vor allem im Bereich der Landwirtschaft und des Handwerks die Gesellen und Dienstboten.
Aber auch für das Kirchenjahr ist Mariä Lichtmesse ein bedeutendes Fest. Gilt es doch vielfach als das dritte Weihnachtsfest nach Dreikönig und dem 25. Dezember. Da feiert die Kirche das Fest der „Darstellung Jesu im Tempel“. 40 Tage nach der Geburt mussten Maria und Josef für den Tempel ein Taubenopfer darbringen als Zeichen der Reinigung Mariens. Zugleich galt in Israel jeder erstgeborene Knabe als Eigentum des Herrn und musste durch ein Geldopfer ausgelöst werden. So berichtete die Pilgerin Ätheria bereits um das Jahr 400 n. Chr., dass 40 Tage nach der Geburt des Herrn in Jerusalem ein großes Fest begangen wurde. Da fand bei der Auferstehungskirche eine Lichterprozession statt. Priester und Bischof erklärten die Geschehnisse aus dem Lukasevangelium (Lk 2,22 ff) von der Begegnung des Christkindes mit dem greisen Simeon und der Prophetin Hanna. Bei diesem „Fest der Begegnung“ preist der Seher Simeon das Kind als „Ruhm für das Volk Israel und als Licht zur Erleuchtung der Heiden“. Von daher auch der Name „Lichtmess“ für dieses Fest, das noch heute in der Liturgie mit einer Lichterprozession außerhalb oder innerhalb der Kirche eröffnet wird.
Sehr schön hat der niederländische Künstler Rembrandt noch kurz vor seinem Tod im Jahr 1669 diese Begegnung im Tempel gemalt. Da kommt das Licht, das auf die beiden alten Leute fällt, vom Messias-Kind. Die seherischen Augen Simeons sind nach innen gerichtet. Die Lippen sind leicht geöffnet, so als wollte er zu singen anfangen. Der bärtige alte Mann, in ein warmes rotes Gewand gekleidet, hält jedoch das „Kind in Windeln gewickelt“ nicht fest. Er übergibt es mit seinen offenen Armen auch heute an uns alle.
Von Pfr. i. R. Richard Distler
