Mariä Verkündigung

Heute am 25. März feiert die Kirche 9 Monate vor Weihnachten das „Hochfest Mariä Verkündigung“. An diesem Tag gedenkt die Liturgie der Empfängnis Jesu im Schoß der Jungfrau Maria. Schon um 550 nach Chr. wird dieses Gedächtnis im Osten begangen, im Westen kurze Zeit später. Der 25. März galt schon im 3. Jahrhundert als der „Tag- und Nachtgleiche im Frühjahr“, als 1. Tag der Schöpfung, als Tag der Empfängnis Christi und als Tag seines Kreuzestodes.

Wenn junge Leute Eltern werden, dann ist das manchmal eine Zumutung, besonders in schwierigen Situationen. Dennoch sind sie bereit, ihrem Kind das Leben zu schenken. Eine außerordentliche Zumutung muss es für Maria gewesen sein, Christus, den Sohn Gottes zur Welt zu bringen. Dennoch konnte Gott sie für diesen Plan gewinnen. Ihr völlig freies Jawort gab sie mit den Worten: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir gehe nach deinem Wort.“  Nur Magd des Herrn wollte sie sein, nur dienendes Werkzeug für Gottes Anfrage durch den Engel Gabriel. Ist das nicht ihr wahrer Ruhm und ihre ganz besondere Würde? Dass sie die große Glaubende ist bei all den Unbegreiflichkeiten, die Gott ihr zumutete? Dass sie ihren eigenen Schöpfer in ihrem Schoß tragen sollte. Dass das Kind, das sie gebären sollte, ihr Herr war. Dass sie es zuließ, von Jesus zur Seite geschoben zu werden, als er in der Öffentlichkeit auftrat. Dass Jesus, der Retter der Welt durch den Hass der Menschen hingerichtet wurde.

Gott ist manchmal dunkel und unbegreiflich, auch für jeden von uns. Umso mehr war er es für Maria, spätestens dann, als sie unter dem Kreuz ihres Sohnes stand. Da wurde ihr Glaube zum Schwert, das ihre Seele durchdrang. Und dennoch hielt sie an Gott fest. Daraus erwuchs ihr eine übergroße Freude, wie sie es in ihrem Lobgesang, im Magnifikat, besingt: „Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott meinen Retter, denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!“