Kirchweihen werden heutzutage fast überall ausgiebig gefeiert. Es hat sich so etwas wie eine Kirchweihkultur entwickelt mit Musik, Tanz, Baum und Festkleidern oder auch in Dirndl und Lederhose. Da erinnert man sich gern an den Kirchenpatron, dem die eigene Dorfkirche geweiht ist. So z.B. St. Martin in Meckenhausen. Kirche ist aber mehr als nur Brauchtum und Tradition. Aber was ist sie dann? Kirche ist eine feiernde Gebets-, Glaubens- und Lebensgemeinschaft. Der Kirche ist von Christus der Schatz des Evangeliums anvertraut. Doch dafür braucht sie glaubwürdige Zeugen. Diese waren von Anfang an die beiden Apostel Petrus und Paulus. Petrus verkündete vor allem den Juden das Evangelium. Paulus besonders bei den Heiden. Doch gerade wegen der Heidenmission gab es zwischen beiden Aposteln auf dem 1. Konzil im Jahr 55 Auseinandersetzungen.
Ringt nicht auch heute die Kirche um die Frage: Was ist der richtige Weg? Reform oder Tradition? Denn Kirche muss wach sein für die Menschen und spüren, was ihnen zum Heil dient. Wie viele andere Christen in der Frühzeit, so waren auch Petrus und Paulus Märtyrer. Im Jahr 67 gab es in Rom unter Kaiser Nero eine besonders grausame Christenverfolgung. Wer den Film „Quo vadis“ kennt, der kann sich ein Bild davon machen. Petrus soll im Circus Maximus gekreuzigt worden sein. Über seinem Grab wurde später die heutige Peterskirche errichtet. Paulus wurde außerhalb der Stadtmauern mit dem Schwert hingerichtet. Man sagt: Die Kirche ist aus den Katakomben entstanden. Dennoch: Trotz Verfolgungen über Jahrhunderte hinweg, versucht die Kirche, den Schatz des Evangeliums für alle Menschen zu hüten. Vielfach passiert das mit Mühe, aber auch mit Freude und Hingabe.
