Liegt nicht dieser Feiertag der Kirche und uns modernen Menschen besonders fern? Fast jeder denkt heute an den „Vatertag“. Aber Himmelfahrt, ist das nicht wie eine Flugreise ins All? Nein: Fehlanzeige: Der Himmel des Glaubens ist nicht der Start in ein kaltes und totes Weltall. Er ist eher etwas Lebendiges, Nahes und ganz Persönliches. Für den Glauben ist der Himmel der Ort der Begegnung mit der Person Jesu Christi, mit dem Auferstandenen. Deshalb erweckt dieser Festtag in uns die Sehnsucht nach Beziehung und ewiger Gemeinschaft. Das Fest hat vor allem mit Gott zu tun: Er erhöht Jesus, den am Kreuz so Erniedrigten, aus seiner Schmach. Er gibt ihm durch die Auferstehung Anteil an seinem Königtum über die ganze Welt. Stellen wir uns vor: Wir lassen Gott über unsere Welt herrschen und nicht habgierige Autokraten? Zu tun hat dieser Festtag mit Jesus: Er gehört jetzt nicht mehr nur einem kleinen Jüngerkreis in Galiläa. Er gehört der ganzen Menschheit.
Auch mit uns hat dieses Fest zu tun: Jeder Mensch kann nun den erhöhten Christus anrufen, anbeten und verherrlichen. Seitdem ist Jesus für uns der direkte Draht zum Himmel, bleibt aber dennoch mitten unter uns. Deshalb mahnt er die Seinen: Starrt nicht zum Himmel, kümmert euch um die Erde! Senkt den Samen des Reiches Gottes in die Herzen und in die Gedanken der Menschen! Mit diesem Auftrag kehren die Jünger mit großer Freude nach Jerusalem zurück. Ob wohl diese Freude heute auch unser Herz erfüllt? Da kann man sich freuen über einen Ausflug ins Grüne. Aber warum nicht auch mal innehalten bei all dem Stress des Alltags? Warum nicht auch an der Bittprozession der Pfarrgemeinde teilnehmen, um die großen Nöte unserer Zeit dem „auffahrenden Christus“ mitzugeben und ihn zu verherrlichen im Festgottesdienst der Gemeinde?
