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Mariä Geburt

Das heutige Fest „Mariä Geburt“ ist eines der ältesten Marienfeste der Kirche. Einen sehr frühen Hinweis gibt uns das Weihefest einer Marienkirche in Jerusalem. Etwa um das Jahr 450 in der Nähe des Schaftor-Teiches. Auch aus den Hymnen des Diakons Romanos, der um 500 in Konstantinopel lebte, lässt sich schließen: Dieses Fest war damals schon tief im Volk verwurzelt.

In Rom ist es um 690 bekannt, als Papst Sergius I. das Fest mit einer eigenen Prozession vom Forum Romanum nach Maria Maggiore würdigte. Wenn auch in der Bibel keine nähren Hinweise zur Geburt Mariens zu finden sind, so macht ein solches Fest dennoch Sinn. Denn Maria erfuhr die außergewöhnlich hohe Berufung, „Muttergottes“ zu werden. Dazu gibt sie frei und ungezwungen ihr berühmtes Jawort. Was für eine Verantwortung, die in dieser Sternstunde für die ganze Menschheit auf ihr liegt, als Gott durch den Engel Gabriel ihr die Botschaft brachte: „Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden“. Es heißt, Maria überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Was mag wohl in ihr vorgegangen sein? Sorgen, Fragen und Zweifel, die sich in ihrer Gegenfrage ausdrücken: „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“ Doch ihr Jawort verleiht ihr in der Glaubensgeschichte des Christentums besondere Ehrerbietung und Hochachtung. Aus der Sicht des Glaubens verdrängt eine gesunde Marienverehrung nicht die alles überragende Gestalt Christi. Maria wird auch die „charmante und milde Seite Gottes“ genannt. Dies war besonders in früherer Zeit nötig, wo man manchmal mit einem düsteren Gottesbild sehr viel Angst erzeugte. Ein tieferes Nachdenken vor allem über Jesus hat da zu einer Kehrtwende geführt. Denn das Harte und Bedrohliche kommt nicht von Gott, sondern von der Gottlosigkeit. Eine gesunde Gottesbeziehung und ein positives Gottesbild sind nichts anderes als die Erfüllung der Ursehnsucht des Menschen nach dem Guten, dem Göttlichen und Heiligen. Diese Ursehnsucht nach Gott spüren wir in der Haltung Mariens. Sehr schön kommt dies zum Ausdruck im „Magnifikat“, im berühmten Lobgesang Mariens auf die Größe Gottes, der „herabgeschaut hat auf die Niedrigkeit seiner Magd“. Grund genug für uns Christen, den Geburtstag eines solch großartigen Menschen mit Festlichkeit und Freude zu begehen .

Pfr. R. Distler

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