Geburtstage werden heutzutage gern gefeiert. Früher hat man nur die Geburtstage der „Großen“ gefeiert: Kaiser, Könige und Herrscher. In der Kirche gibt es nur 3 Ausnahme-Geburtstage: Den Geburtstag Jesu, den von der Geburt Johannes, dem Täufer und Mariä Geburt. Man feiert sie deshalb, weil nur durch Maria auch die Geburt des Welterlösers Jesus möglich wurde. Maria ist die Pforte, durch die Christus in die Welt eintritt. Dies aber nicht nur leiblich. Nein, in der Tiefe ihres Herzens und mit dem Ja-Wort ihres Glaubens hat sie Jesus empfangen und zur Welt gebracht. Durch die Christ-Geburt hat Maria dazu beigetragen, die Welt zu verändern. Über ihren eigenen Geburtstag gibt es keine Angaben. In einer Legende ist die Rede, dass ihre Eltern Joachim und Anna gewesen sein sollten. Dennoch ist ihr Geburtsfest eines der ältesten Marienfeste. Es steht im Zusammenhang mit der Weihe einer Marienkirche in Jerusalem an einem 8. Sept im 5. Jh. ,damals schon tief im Volk verwurzelt. Um 620 ist es in Rom nachweisbar. Papst Sergius I. hat das Fest durch eine feierliche Prozession ausgezeichnet.
Die Festmesse vom 8. Sept. feiert Maria als die Morgenröte des Heils und als Zeichen der Hoffnung für die ganze Welt. Die Präfation preist ihre Erwählung unter allen Frauen der Erde. Das Evangelium Mt 1,1-16 berichtet von der Offenbarung des Engels an Josef über die jungfräuliche Mutterschaft Mariens. Die größte Sternstunde ihres Lebens aber ist die Stunde der Verkündigung. Es ist der bedeutendste Moment der ganzen Menschheitsgeschichte, an den auch wir drei Mal am Tag beim „Engel des Herrn“ erinnert werden
Richard Distler, Pfr. i.R.
