Gedanken zu Dreikönig

Licht zieht an. Dies nicht nur Mücken und Schmetterlinge, auch uns Menschen. So ist zum Beispiel der nächtliche Sternenhimmel auch für viele etwas Faszinierendes. Im Dunkeln sind wir unsicher und ängstlich.

Deshalb unsere große Sehnsucht nach dem Licht. Das Licht der Weisen aus dem Morgenland war ihr geheimnisvoller Stern am Nachthimmel.

Sie haben es gewagt, sich mit einer großen Sehnsucht auf den Weg zu machen und diesem Stern zu folgen.

Vielleicht ähnlich, wie wenn ein junger Mann einem jungen Mädchen voller Sehnsucht folgt, nachdem er es entdeckt hat. 

Aber was war am Stern der Weisen so faszinierend, so dass sie nicht einmal den Weg von etwa 1500 km vom Osten nach Jerusalem scheuten?

Suchten sie vielleicht nach einem neuen Ziel für ihr Leben?  Mag sein, dass ihnen die jahrhundertealte Sternenforschung im alten Orient nicht mehr genügte.

Haben sie vielleicht bei ihren Himmelsgöttern und Götzen keine Antwort mehr gefunden auf die Rätsel und Fragen ihrer Zeit?  

War etwa ihr alter Glaube erloschen wie ein ferner Stern in der Nacht, hohl und leer nur noch Dunkel, ohne Licht und Hoffnung?

Oder war es die Erzählung, dass im Judenland ein neuer Messias und König erschienen sei? Ein König, der der ganzen Welt Heil und Frieden bringen sollte?

Doch ihre Suche beim eifersüchtigen Herodes war ein Flopp. Dennoch setzten sie ihre Suche fort. Doch dann die Überraschung!

Ihr geheimnisvoller Stern zeigte sich wieder. Aber was fanden sie? Sie fanden keinen Herrscher in einem Palast, sondern nur eine Mutter und ihr kleines Kind in einem einfachen Haus. Da ist ihnen ein Licht aufgegangen, eine neue Hoffnung, neue Freude, ein neues Glück.

Wir haben Weihnachten gefeiert. Aber ist auch uns schon im Christkind ein Licht aufgegangen? Oder verbleiben wir lieber in Angst, Unsicherheit und Dunkelheit?

Das Licht des Christus aber ist anziehend. Es schenkt Wärme, Liebe, Frieden und Geborgenheit. Wichtig jedoch ist, dass wir nach ihm Sehnsucht haben.

Aber richtet sich unsere Sehnsucht nur noch nach Wissen und neuester Technik, nach KI, Besitz und Macht?  

Wären wir da nicht wie der machtbesessene Herodes und seine religiöse Führerschaft, die nicht mal mehr weiß, dass der Messias in Bethlehem geboren werden sollte? 

Wie aber finden wir ihn? Unser Weg zur Krippe kann sich hinziehen wie d e r der Magier aus dem Osten. Wichtig ist, dass wir unsere Sehnsucht nicht ersticken.

Aber dazu gehört der Mut, einen neuen Weg zu gehen wie die Sterndeuter und unser Herz fürs Kind offen zu halten, wozu uns viele vertraute Weihnachtslieder einladen.    

Pfr. Richard Distler