Gedanken zum Pfingstfest

Worum es da eigentlich an Pfingsten geht, ist mehr als der Hälfte der Deutschen laut Umfrage nahezu unbekannt. Pfingsten, da geht es für viele ins Grüne, da will man wegfahren, grillen und chillen. Dazu noch Ferien und einen 2. Feiertag. Das mag ja alles recht sein.

Und dennoch: Feiertage haben aber dank der Kirche vor allem religiöse Wurzeln. Für den Glauben ist Pfingsten das Fest des Hl. Geistes und der Geburtstag der Kirche. Aber wieso? Geboren wurde die Kirche aufgrund einer Machttat Gottes und durch die Gabe des Hl. Geistes an die erste Jünger-Gemeinde. Nach dem Tod Jesu war sie eine verunsicherte Truppe. Es war die Frage: Wie soll es jetzt weitergehen? Doch sie stritten nicht miteinander, sondern sie rückten zusammen. Vor allem beteten sie um die „Gabe von oben“. Es war der Geist, der vom Vater und vom Sohn ausging. Er schweißte die Verängstigten zusammen. Doch diese göttliche Gabe wurde in den Herzen der Jünger zum Feuer und zum Sturm. Statt zu verzweifeln, brannte ihr Herz plötzlich für den Glauben an Jesus. Ihre Begeisterung zündete wie vielleicht heute bei Fans in einem Pop- oder Rockkonzert, nur dauerhaft. Verschlossene Herzen und Türen öffneten sich: Die Kirche war geboren.

Sollten wir uns nicht von so viel Begeisterung anstecken lassen?  Oder sind wir zu sehr festgefahren in unserem Gewohnheitschristentum? Ein kluger Mann aus der Frühzeit der Kirche schrieb einmal: „Jesus hat nicht die Gewohnheit verkündet, sondern die Wahrheit.“ Die Wahrheit aber ist: Dass der Mensch Gottes Geschöpf ist, dass er eine einmalige Würde hat, dass sein Leben einen tiefen Sinn hat und dass Christus uns in die Auferstehung holt. In diese Wahrheit möchte uns der Hl. Geist einführen. Eigentlich schade, wenn wir dieses für jeden von uns so kostbare Fest nicht feiern würden!  

Richard Distler, Pfr. i.R.