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Gedanken zum Hochfest Mariä Himmelfahrt

„Ich habe keine Zukunft mehr“, so meinte resignierend ein Hausbesitzer im Ahrtal. Die Flut hatte ihm in wenigen Minuten sein ganzes Hab und Gut fortgerissen. Keine Zukunft mehr, kein Haus, kein Dach überm Kopf, keine Existenz. Viele haben bei dieser Katastrophe ihr Leben verloren. Was aber bleibt am Ende? Wie dieser Mann, so brauchen auch wir im Leben wie im Sterben Hoffnung und Zukunft. Oder stehen wir dann am Ende da mit leeren Händen? Vielleicht vor dem Nichts so wie dieser Mann und manch anderer im verwüsteten Ahrtal? Aber was gibt uns dann Hoffnung? Das heutige Hochfest Mariä Himmelfahrt verheißt uns Hoffnung. Es öffnet uns den Vorhang zur Ewigkeit. Aber was ist da dahinter? Die Lesung zu Mariä Himmelfahrt zeigt uns das Bild einer geheimnisvollen Frau am Himmel, „von der Sonne umkleidet, den Mond zu ihren Füßen und einen Kranz von 12 Sternen auf ihrem Haupt“. So der Seher Johannes im letzten Buch des Neuen Testaments. Aber wer ist denn diese „Frau am Himmel“? Manche sehen in ihr Maria, die Gottesmutter. Andere sehen in ihr ein Sinnbild der Kirche, am Ende der Tage bei Gott vollendet. Aber wie ist das dann mit uns?

Eine Antwort gibt uns das Dogma vom heutigen 15. August. Es spricht davon, dass Maria nach dem Ende ihrer Erdentage „mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde“. Doch wie soll das gehen? Warum nur sie? Mit der Seele? Ja, das ist vorstellebar. Aber auch mit dem Leib? Ist nicht der Leib für die Verwesung und für die Vergänglichkeit bestimmt? Haben wir nicht oft unter unserem Leib zu leiden wie bei Krankheiten und allerlei Beschwernissen? Dennoch: Gerade dieses Marienfest gibt dem Leib eine besondere Würde, Schönheit, Einmaligkeit, ja auch Sinnlichkeit. Es gibt allem, was wir mit Leib und Seele, mit Herz und Verstand sowie mit Liebe und Hingabe tun, bei Gott Ewigkeitswert. Ja, es ist gewiss ein anderer Leib, ein verklärter, aber wie, das ist ein Geheimnis. Denn nichts von dem, was wir Gutes tun, geht verloren, nichts ist sinnlos. Alles wird bei Gott aufbewahrt und aufgehoben. Alles ist berufen, Gott zu verherrlichen. So war es bei Maria, so ist es auch bei uns. Sagt nicht der hl. Paulus: „Euer Leib ist ein Tempel des hl. Geistes. Verherrlicht also Gott in eurem Leib?“ In Maria dürfen wir das Vorbild für die ganze Kirche, aber auch für jeden von uns sehen. Ja, manchmal im Leben stehen wir da mit leeren Händen, wie jetzt viele Opfer der Flutkatastrophe, mag sein auch am Ende. Dennoch, wir haben Zukunft, jeder von uns ganz persönlich und die ganze Kirche. Deshalb ist dieses Fest vom 15. August ein großes Hoffnungsfest, ein Fest großer Freude.

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